Erfahrungen mit der SSD Intel X25-M

23. August 2009 | Von Martin Widmann | Kategorie: Leitartikel

SSDs sind ja seit einiger Zeit sehr viel im Gespräch. Um was geht es dabei? SSD steht für Solid State Drive, auf Deutsch Festkörperlaufwerk. Die gebräuchlichsten SSDs sehen wie ganz normale 2.5 Zoll Festplatten mit SATA-Anschluss aus. Der Unterschied zur Festplatte besteht darin, dass in der SSD keine bewegliche Mechanik mehr vorhanden ist, sondern die Speicherkapazität wird durch Flash-Bausteine zur Verfügung gestellt.

Durch Verzicht auf Schreib-/Leseköpfe, die positioniert werden müssen, können sehr schnelle Zugriffszeiten erreicht werden. In der Datentransferrate sind Flashbausteine den Festplatten ebenfalls überlegen. Somit müsste eine SSD in jedem Fall schneller als eine Festplatte sein, oder nicht?

Nein, nicht ganz. Festplatten sind trotz ihrer relativ langsamen Mechanik sehr schnell durch die ausgeklügelte Ansteuerelektronik. Auf den Festplatten sind Controllerchips und Cache-Speicher verbaut, die mit Hilfe von ausgefeilten Algorithmen die Zugriffe und Transferraten optimieren. Genau diese Controller beeinflussen auch die Güte einer SSD. Ist kein Cache oder wenig Cache vorhanden oder sind die Zugriffsstrategien des Controllers schlecht implementiert, so mag vielleicht die Dauertransferrate der SSD beeindrucken, die Leistung im realen Betrieb lässt aber mitunter zu wünschen übrig.

In dieser Beziehung glänzt die Intel X25-Serie. Der verbaute Controller ist sehr gut auf Echbetrieb abgestimmt. Die X25-SSD kommt sehr gut mit parallelen Zugriffen zurecht.

Um die Auswirkung zu testen, wurde eine Western Digital Raptor 150 GB durch eine X25-M ersetzt. Getestet wurde mit einer Windows XP Installation mit vielen installierten Anwendungen. Gemessen wurde die Zeit des Bootens ab dem Zeitpunkt nach den BIOS-Meldungen bis Windows mit allen Hintergrundanwendungen geladen wurde.

Ergebnis: Raptor: 2:16 Minuten, X25-M: 0:32 Minuten. Das ist eine Geschwindigkeitssteigerung um Faktor 4. Der Normalbetrieb ist ebenfalls spürbar schneller. Anwendungen öffnen nun gefühlsmäßig sofort.

Es macht einfach Spaß, mit der X25-M im PC zu arbeiten. Ich habe die Platte übrigens bei Computeruniverse gekauft. Der Versand war blitzschnell und dor gibt es auch den Rahmen für den Einbau in einem 3.5 Zoll Schacht.

Wichtige Warnung für Macbook Pro-Benutzer:
Vor dem Einbau in einem aktuellen Macbook Pro muss ich im Moment warnen. Die Firmware-Version EFI 1.7, die nun bei allen Macbook Pros ab Werk installiert ist, ist nicht mit der X25-M kombatibel. Der Lesezugriff scheint zu funktionieren, das Booten und Laden von Programmen geht sehr schnell. Sobald jedoch geschrieben wird, stockt das ganze System. Die Installation von OS X z.B. hat über zwei Stunden gedauert. Im Betrieb erscheint oft für mehrere Sekunden der Beachball. XBench meldet eine durchschnittliche Schreibrate von 4 MB/s.

Auch Anrufe bei AppleCare und beim Apple-Handler haben nicht geholfen. Im Moment muss man auf ein neues EFI warten, das dieses Problem hoffentlich behebt. Ein Downgrade auf die funktionierende EFI 1.6 ist nicht möglich.

Links:
- Intel Flash SSD X25-M: Bewegung für Massenmarkt?
- Intel X25-M SSD: Intel Delivers One of the World’s Fastest Drives
- Intel X25-M SSD Review
- Apple MacBook Pro 13? Unibody with Intel X25-M

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